von Julia Ostertag
Mit Jón Steinbjörnsson (geb.1953), genannt Nonni, ist einer der einflussreichsten Isländer hier in Norddeutschland von uns gegangen.
Als Nachkomme der bekannten Pferdezüchter-Familie vom Hof Hafsteinsstaðir kam er Mitte der 80er Jahre nach Deutschland und demonstrierte eindrucksvoll, was Fünfgangreiten, insbesondere Rennpass bedeutet. Durch ihn kamen viele bedeutende Zucht- und Sportpferde in den Norden, allen voran sein Hengst Örn frá Akureyri. Mit dessen Nachkommen Oðinn vom Barghof ritt er 1997 auf der WM. Der bekannteste Hengst mit Nonnis Gestütsnamen Faxaból wurde der Schimmel Svanur. Die 90er Jahre waren Nonnis Jahrzehnt, und er ritt und lebte, als ob dieses goldene Zeitalter nie vorbeigegangen wäre.
Anfang der 2000er verlegte er das Gestüt Faxaból mit über 100 Pferden von Niedersachsen nach Brandenburg ins Havelland. Er führte den Hof gemeinsam mit seiner Partnerin Julia Steinbjörnsson, 2008 wurde der gemeinsame Sohn geboren.
Die erfolgreichsten Pferde aus dieser Zeit waren Herva und Stormur vom Faxaból. Mittlerweile hatte das Gestüt auch über 50 Einsteller. 2015 wurde bei Nonni Leukämie diagnostiziert. Seither war seine Gesundheit starken Schwankungen unterworfen – doch das hielt ihn nie davon ab, die Islandpferde, das Reiten und das Leben im allgemeinen zu feiern.
Er war ein echter Hestamaður, ein Pferdemensch durch und durch, und bis zuletzt ließ er sich nicht davon abhalten, sich in den Sattel seiner geliebten Pferde zu schwingen.
Ruhe in Frieden, Nonni.
Nonni war Ehrenmitglied des IPZV Nord und wurde für sein Lebenswerk als Züchter geehrt.




